Curly Horse Association e. V. - CHA

Die nächsten Termine:

  • 15.05.-16.05.2004:
    Treffen der CHA in Vledderveen
     
  • 04.06.-06.06.2004:
    Equitana Open Air 2004, Rennbahn Neuss
     

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Geschichte
Die meisten Curly Horses, die es bis heute in Westeuropa gibt, haben ihre Wurzeln in Nordamerika. Sie selbst oder ihre Vorfahren wurden aus den USA oder Kanada importiert.
Blue Thunder Winter Count
Die genaue Herkunft der Curly Horses in Amerika ist bis heute ungeklärt. Die Geschichte der Curly Horses in Amerika ist eine sehr fesselnde und spannende Geschichte. Fest steht heute, dass es Curly Horses in Amerika schon im 19. Jahrhundert gab, jedoch ist unklar, wie sie dort hin gelangten. Die Existenz von Curly Horses im 19. Jahrhundert sowohl in Süd- als auch Nordamerika ist eindeutig durch eine Vielzahl von Quellen belegt. Die Quellen zeigen, dass die gelockten Pferde Süd- und Nordamerikas ein sehr ähnliches Aussehen hatten. Neben dem gelocktem Fell stellen die Zeitzeugen fest, dass die eigenartigen Pferde oft nur eine spärliche Mähne, einen kurzen Schweif,einen starken Körper, harte Hufe, einen relativ schlanken Kopf und einen mehr an Schafe anmutenden Körpergeruch hatten.

Die erste Erwähnung der südamerikanischen Curly Horses findet sich in dem Buch „The Natural History of Quadrupeds of Paraguay“ von Felix Azara, das bereits im Jahr 1802 veröffentlicht wurde. Tatsächlich findet sich sogar hier bereits ein Hinweis auf die Vererbung des lockigen Haars durch ein dominantes Gen. Berichten von Azara und anderen zufolge, kamen die gelockten Pferde, die von den ansässigen Indianern „Pyshai“ genannt wurden, in der Region der La Plata Region zwischen Paraguay und Argentinien vor.

Eine Erwähnung der südamerikanischen Curly Horses findet sich auch in Charles Darwins Buch „The Variation of Animals and Plants Under Domestication“, das 1896 erschien. Interessant ist, dass Darwin in diesem Zusammenhang auch einen Hinweis auf eine russische Pferderasse mit gelocktem Haar (wahrscheinlich des Lokai Pferdes) gibt. In einer Anmerkung erwähnt er außerdem eine Curly Horse Zucht in der Nähe von Los Angeles, über die ihn ein Herr namens Dr. Cranfield informiert hat. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Curly Horses in Südamerika scheinbar vollständig ausgerottet.

Auch in Nordamerika datieren sich die ersten Quellen auf den Beginn des 19. Jahrhunderts. Darstellungen von gelockten Pferden finden sich in den sogenannten „Winter Counts“ der Sioux und Crow Indianer. Die Winter Counts sind Pictogramme, die den Indianern als eine Art Erinnerungshilfe an wichtige historische Begebenheiten dienten. Jeweils im Winter eines Jahres, dem Beginn ihres neuen Jahres, wurde ein neuer Winter Count angefertigt. Die Winter Counts hatten daher auch die Funktion eines Kalenders (daher der Begriff „Count“). Sie wurden von einer Generation an die nächste vererbt und einige blieben bis heute erhalten. So zeigt der berühmte Cranbrook Winter Count den Diebstahl einer Sioux Pferdeherde durch die Crow. Einige der dargestellten Pferde haben ein gelocktes Fell. Auch auf anderen Winter Counts, wie dem oben gezeigten Blue Thunder Winter Count, sind immer wieder Curly Horses zu sehen. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Quellen, wie z.B. die im Jahre 1855 erschienene Selbstbiographie von P.T.Barnum, einem Zirkusdirektor, der ein Curly Horse erwarb und als ein „Freak of Nature“ zur Schau stellte.

Auch heute finden sich noch größere Herden von Curly Horses in North, South Dakota und Montana, also dem ehemaligen Siedlungsgebiet der Sioux und Crow Indianer. Viele der heutigen Curly Horses stammen aus der Damele Zucht aus Nevada. Giovanni Damele, ein Immigrant aus Italien, hatte 1898 in der Nähe von Eureka in Nevada die Three Bar Ranch erworben. Auf der Ranch befand sich eine größere Herde von Wildpferden, die er und seine Söhne nach und nach einfingen. Unter diesen Wildpferden hielten sich einige Pferde mit gelocktem Fell auf. Dem extrem kalten Winter des Jahres 1932 fielen beinahe alle glatthaarigen Pferde sowie der gesamte Viehbestand der Ranch zum Opfer. Erstaunlicherweise überlebten nur die gelockten Pferde die Katastrophe. Da die Curly Horses auch bei Arbeit mit dem Vieh große Vorzüge besaßen, beschloss die Damele Familie diese mit anderen Pferderassen zu kreuzen. Leider wurde damals nicht der Versuch unternommen, ein reinrassiges Curly Horse weiterzuzüchten. Curly Horses finden sich auch in anderen Regionen der USA und Kanada. In einigen Fällen lässt sich zeigen, dass die Vorfahren dieser Pferde entweder aus dem Siedlungsgebiet der Sioux und Crow oder aber aus der Damele Zucht stammen.

Niemand weiß, wie die Curly Horses nach Amerika gelangt sind. Es gibt eine Reihe von Theorien, die mehr oder weniger wahrscheinlich erscheinen.

Am wahrscheinlichsten erscheint heute die Theorie, dass die Vorfahren der heute in Amerika lebenden Curly Horses von den Spaniern nach Amerika gebracht wurden. Tatsächlich gelangten die Spanier schon vor der Entdeckung Amerikas während der Araberkriege in den Besitz von Berberpferden, die auch manchmal ein lockiges Fell besitzen. Gelockte Pferde trifft man auch heute noch vereinzelt in den arabischen Staaten an.